«Wir haben keinen Zauberstab»

Anthroposophisches Corona-Spital

Wie wird Covid-19 in der Klinik Arlesheim behandelt?
Wie positioniert sich das anthroposophische Spital zum Thema Impfen?
Ein Interview mit Lukas Schöb, dem ärztlichen Leiter der Klinik.

«Wenn die Polarisierung so weitergeht, werden wir den Zusammenhalt verlieren.»

Der Merkurstab – Zeitschrift für Anthroposophische Medizin

Mit dem Weihnachtsheft (6/21) verabschieden wir uns aus einem weiteren anspruchsvollen Jahr. Der Artikel zur Telemedizin kann Hilfe und Inspiration für diejenigen sein, für die das telemedizinische Setting neues Terrain ist. Lesen Sie weiterhin Beiträge zur Integrativen Pädiatrie, zur eurythmietherapeutischen Behandlung eines Morbus Crohn und zu einer neu entwickelten Mistelharz-Creme. Wir bedanken uns bei unseren Leser:innen für Ihr Interesse an der Zeitschrift und wünschen eine frohe Weihnachtszeit!

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Der Merkurstab – Zeitschrift für Anthroposophische Medizin

Die neue Ausgabe (5/2021) beleuchtet anhand empirischer Belege das Zusammenspiel von Wahrnehmung und Bewegung. Außerdem lesen Sie Beiträge mit therapeutischem Schwerpunkt: anthroposophisch erweiterte Psychotraumatherapie bei sexuell traumatisierten Frauen, Einsatz von Chelidonium majus bei COVID-19, eurythmietherapeutische Heilerfolge bei einer multimorbiden Patientin. Wir stellen Ihnen das Weiße Fingerkraut (Potentilla alba) vor, das insbesondere bei Schilddrüsenerkrankungen indiziert ist.

 

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Der Merkurstab – Zeitschrift für Anthroposophische Medizin

Den Auftakt der neuen Ausgabe (Heft 4/21) bildet eine ausführlich recherchierte Arbeit zum Fluor, seinen Salzen und deren Auswirkungen auf den menschlichen Organismus. Es folgt u. a. ein Artikel über die menschliche Wärme als Brücke von leiblichen und seelisch-geistigen Prozessen. In unserer Praxis-Rubrik finden Sie eine interessante Falldarstellung zur eurythmietherapeutischen Behandlung einer Depression. Im Interview richtet Dr. med. Karin Michael einen aufmerksamen Blick auf die Kinder, ihre Lebenswirklichkeiten und Bedürfnisse.

 

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Antworten auf zentrale Fragen

Sollen wir Kinder und Jugendliche gegen COVID-19 impfen?

Bernhard Wingeiera, Pierino Avoledob, Lisa Schmid-Thurneysenc, Clara Zimmermannc, Corina Schwendenerc, Laura Kienerc, Léna G. Dietrichc, Martin Iffd, Martin Schmidte, Tanja Grandinettif, André Perrenoudg, Ramon Möllerh, Patrick Gutschneri, Björn Riggenbachj, Barbara Bertischk, Peter Carpl, Svend Capolm, Jürg Fröhlichn, Alexandra Röllino, Henriette Hug-Batscheletp, Simon Fluriq, Jürg Streulir, Anne Meynards, Gisela Ettert, Benedikt Huberu, Philip Tarrc
aAbteilung Pädiatrie, Klinik Arlesheim, Arlesheim BL; bPädiatrie FMH, Kinderarztpraxis Rennweg, Basel; cMedizinische Universitätsklinik und Infektiologie/ Spitalhygiene, Kantonsspital Baselland, Bruderholz, Universität Basel; dAllg. Innere Medizin FMH, Praxis Zentrum Reinach BL; ePädiatrie FMH, aerzte am werk, Rheinfelden AG; fNotfallzentrum, Universitätsspital Basel; gPädiatrie FMH, Aarau; hPädiatrie FMH, Pratteln BL; iAllg. Innere Medizin FMH, Gemein- schaftspraxis Worblental, Ittigen BE; jAllg. Innere Medizin FMH, Neuchâtel; kInfektiologie FMH, Checkin Helvetiaplatz, Zürich; lPädiatrie FMH,Yverdon-les-Bains VD; mAllg. Innere Medizin FMH, Sanacare Gruppenpraxis, Luzern; nInnere Medizin FMH, Bern; oAllg. Innere Medizin FMH, Bern; pPädiatrie FMH, Kinderarztpraxis Davidsboden, Basel; qPädiatrie & Neonatologie FMH, Spital Wallis; rOstschweizer Kinderspital, St. Gallen; 2Médecine Générale FMH, Centre Médical de Lancy GE et IuMFE, Faculté de médecine, Université de Genève; tAllg. Innere Medizin FMH, Richterswil ZH; uKlinik für Pädiatrie, HFR Fribourg – Kantonsspital, Universität Fribourg

Kinder sollen bei jeder Impfung vor allem einen persönlichen Nutzen haben. Wegen dem meist milden und komplikationslosen Verlauf im Fall einer COVID-19- Ansteckung und der noch ungenügend dokumentierten Sicherheit der COVID-Impfungen empfehlen wir Zurückhaltung und eine differenzierte individuelle Beurteilung bei der Empfehlung der COVID-19-Impfung für Kinder und Jugendliche.

Einleitung
Wir begrüssen ausdrücklich die Anstrengungen der Eidgenössischen Kommission für Impffragen (EKIF), bei der am 22.06.2021 ausgesprochenen COVID- 19-Impfempfehlung für 12–15-jährige Jugendliche eine nuancierte und transparente Sprache zu wählen. Denn das Thema ist ethisch komplex und das Spektrum der Meinungen ist breit – bei Eltern, Jugendlichen und Ärzt*innen: Manche Eltern fordern die Impfung für ihre Kinder [1], andere sorgen sich um noch unbekannte Nebenwirkungen der Impfung. Aufgrund unserer klinischen Erfahrung mit Impfberatung und unserer Forschungserfahrung im Nationalen For- schungsprogramm NFP74 zu Impfskepsis [2] möchten wir zu COVID-19-Impfungen bei Kindern Stellung nehmen.

Was wollen wir mit der COVID-19-Impfung in der Schweiz erreichen?
Das BAG und die EKIF haben schon Anfang 2021 drei übergeordnete Ziele der COVID-19-Impfung definiert und am 22.06.2021 aktualisiert:

  1. Verminderung der COVID-19-Krankheitslast, insbesondere von schweren und tödlich verlaufenden Fällen;
  2. Sicherstellung der Gesundheitsversorgung;
  3. Reduktion der negativen gesundheitlichen, psychischen, sozialen wie wirtschaftlichen Auswirkungen

 
Ist die COVID-19- Impfung von Kindern und Jugendlichen notwendig, um eine Herdenimmunität zu erreichen?
Dass wir mit der COVID-19-Impfung eine Herdenimmunität erreichen können, wird von Expert*innen be- zweifelt. Die Herdenimmunität ist daher aktuell kein Ziel der COVID-19-Impfstrategie des BAG/EKIF. Zudem machen Jugendliche zwischen 12 und 15 Jahren nur 4% der Schweizer Bevölkerung aus und Kinder spielen bei der Übertragung von SARS-CoV-2 nur eine untergeordnete Rolle [4, 6–8]. Die Altersgruppe der 12–15-Jährigen ist zwar heterogen bezüglich Verhalten und Ansteckungsrisiko, aber Kinder und Jugendliche werden leichter durch infizierte Familienmitglieder im Haushalt angesteckt als umgekehrt [7–8]. Breites Testen in Schulen machte in den vergangenen Monaten Sinn. Gewisse Expert*Innen empfehlen nun aber: Sobald die meisten Erwachsenen geimpft sind, könnte  die     Zirkulation von SARS-CoV-2 bei Kindern sogar wünschenswert sein: mild verlaufende Primärinfektionen im Kindesalter erlauben Re-Expositionen und somit Booster-Effekte bei den immunisierten Erwachsenen [4].

Wie häufig sind schwere COVID-19-Verläufe bei Kindern?
Kinder hatten bisher fast immer einen milden COVID- 19-Verlauf, sogar wenn sie mit einer SARS-CoV-2-Variante erkrankten [4, 9]. Nur sehr wenige Kinder mussten wegen COVID-19 hospitalisiert werden und das Sterberisiko ist extrem tief [5]. Wichtig: Alle Kinder, die im Vereinigten Königreich an COVID-19 starben, hatten schwere Vorerkrankungen. Pädiatrische Folgeschäden wie das pädiatrische inflammatorische Multisystem Syndrom (PIMS) sind sehr selten (<0,5% aller Kinder von Depressionen, Suizidgedanken, anderen mentalen Gesundheitsproblemen und kinderpsychiatrischen Behandlungen.

Wie sollen wir die Impfsicherheit der COVID- 19-Impfung für Kinder und Jugendliche aktuell beurteilen?
Weil Kinder und Jugendliche sehr selten schwere COVID-19-Verläufe haben, ist der individuelle Nutzen für sie – wenn überhaupt vorhanden – sehr klein. Die Anforderungen an die Impfstoffsicherheit sind umso höher. Aktuell ist die Sicherheit der mRNA-Impfstoffe bei Kindern und Jugendlichen ungenügend dokumentiert: Es liegen aktuell lediglich publizierte Daten zu 1131 jungen Menschen (12–15 Jahre) vor, die mit dem mRNA-Impfstoff von BioNtech/Pfizer geimpft und da- nach erst über 2 bis max. 5 Monate beobachtet wurden [12]. Über seltene, potentiell schwere Nebenwirkungen und Langzeitnebenwirkungen ist daher noch keine Aussage möglich. Lokale und systemische Nebenwir- kungen waren in der Studie [12] vorübergehend und sie waren ähnlich ausgeprägt wie bei älteren Menschen. Schwere Komplikationen wie Thrombosen oder Ana- phylaxien traten nicht auf. Kürzlich wurde über das seltene Auftreten von Myokarditis-Fällen bei jungen Erwachsenen (mehrheitlich junge Männer >16 Jahre, meist innert einigen Tagen nach der 2. Impfdosis) nach mRNA-Impfungen berichtet [13, 14]

Braucht es die Impfung um Kinder und Jugendliche vor COVID-19 zu schützen?
Es gibt aktuell (22.06.2021) in der Schweiz keine generelle COVID-19-Impfempfehlung für Kinder/Jugendliche (Kasten 1). Kinder und Jugendliche gehören nur zur Priorität («Zielgruppe») der EKIF [3].
In Israel, wo die Erwachsenen früh und breit geimpft wurden (63,6% der Bevölkerung haben Stand 22.06.2021 mindestens eine COVID-19-Impfdosis erhalten [15]), sind die Fallzahlen bei allen Altersgruppen – also auch bei den ungeimpften Kindern/Jugendlichen– schon seit vielen Wochen dramatisch zurückgegangen [15, 16]. Denn mit der Impfung ab dem 12. Lebensjahr wurde in Israel erst am 9. Juni 2021 begonnen [17]. Wo genügend Erwachsene geimpft sind, profitieren also auch die ungeimpften Kinder und Jugendlichen.

Long-COVID-19 spielt für Kinder wahrscheinlich keine Rolle, aber zuverlässige Daten fehlen noch. Gewisse Vorerkrankungen (z.B. Adiposi- tas) prädisponieren Kinder zu schwereren Verläufen [4]. Die sozio-psychologischen Folgen der COVID- 19-Pandemie stellen hingegen eine hohe Belastung für die Kinder und Jugendlichen dar [11]: Es kam 2020 bei Kindern/Jugendlichen zu einer deutlichen Zunahme.
 

Kasten 1: Für welche Kinder und Jugendliche ist die COVID-19-Impfung empfohlen?

  • Kinder/Jugendliche mit einer chronischen Erkrankung;
  • Kinder/Jugendliche mit besonders gefährdeten Personen im Umfeld;
  • Kinder/Jugendliche, die die Impfung wünschen (nach persönlicher Risiko-Nutzen-Analyse).

 

Wie können wir Jugendliche bei einer individuellen Risiko-Nutzen-Abwägung vor der Impfung unterstützen?
Ein guter Impfentscheid beinhaltet immer ein Abwägen der Vor- und Nachteile. Die Jugendlichen sollen motiviert werden, ihre Fragen mit ihrer Ärztin oder ihrem Arzt zu besprechen. Die Kommunikation soll altersentsprechend, verständlich und praktisch er- folgen, allenfalls unterstützt durch geeignetes Informationsmaterial (z.B. des deutschen Robert Koch Instituts [18]), das die wichtigsten Punkte zusammenfasst (Kasten 2). Eine adäquate, individuelle Impfberatung ist bei der Kinder- oder Hausärztin eher möglich als in Apotheken oder Impfzentren.  Zur  Unterstützung der Jugendlichen und ihrer Eltern braucht es ein ruhiges Gespräch mit genügend Zeit. Viele Kin- der/Jugendliche wollen sich wegen der möglichen gesellschaftlichen Erleichterungen impfen lassen. Hier sollte genau überlegt werden, ob der kurzfristige Nutzen die potentiellen kurz- und längerfristigen Risiken wirklich übertreffen.

Wir möchten unsere Überlegungen wie folgt zusammenfassen:

  1. Die bei Kindern/Jugendlichen noch nicht etablierte Sicherheit der mRNA-Impfstoffe erinnert uns an unseren ärztlichen Auftrag (primum nihil nocere).
  2. Kinder sollen bei jeder Impfung vor allem einen persönlichen Nutzen haben. Eine «Herdenimmunität» gehört aktuell nicht zu den Impfzielen  von BAG/EKIF. Die Impfung der Kinder und Jugendlichen ist aktuell nicht indiziert, um die Risikogruppen zu schützen [6], sie ist nicht nötig um die Impfziele von BAG/EKIF zu erreichen, und sie ist nicht nötig, um die Kinder/Jugendlichen vor Ansteckungen schützen, wie die Erfahrungen aus Israel zeigen [15, 16].
  3. Der geringe individuelle Nutzen bei gesunden Kindern/Jugendlichen rechtfertigt aktuell keine generelle COVID-19-Impfempfehlung für Kinder und Jugendliche. Siehe auch zwei prägnante Darstellungen dieses Sachverhalts von Urs P. Gasche auf www.infosperber.ch.
  4. Wer sich impfen lassen möchte, sollte die Impfung bekommen können. Die COVID-19-Impfung soll also für Kinder/Jugendliche auf ihren und   den elterlichen Wunsch möglich sein, insbesondere bei relevanten Vorerkrankungen. Dieses Vorgehen wird nicht nur von der EKIF [3], sondern   auch in der neuesten Aktualisierung der COVID-19-Impfempfehlung der deutschen ständigen Impfkommission (STIKO) empfohlen.
  5. Das Thema der COVID-19-Impfung von Kindern/Jugendlichen verlangt eine sorgfältige öffentliche Diskussion [22]. Wie bei allen Impfungen in dieser Altersgruppe muss für den Entscheid das Alter, die Urteilsfähigkeit und der Wille des Kindes/Jugendlichen einbezogen.
  6. Da die Kinder/Jugendlichen für die SARS-CoV- 2-Übertragung eine untergeordnete Rolle spielen, dürfen ihnen aus der Nichtimpfung keine    gesellschaftlichen Nachteile erwachsen. Wir unterstützen die Bestrebungen der EKIF explizit, dass die Impfung bei unter 16-Jährigen keine Vorraussetzung für den Besuch von gesellschaftlichen Anlässen sein soll.
  7. In der Impfkommunikation soll auf mögliche übertriebene COVID-Ängste der erwachsenen Bevölkerung und der Eltern eingegangen und diese abgebaut werden. Es wäre unethisch, Kinder/Jugendliche v.a. wegen der Ängste der Erwachsenen zu impfen. Wir begrüssen daher die bisherigen Bemühungen der EKIF für eine nuanciere, transparente und faire Impfempfehlung und Aufklärung der Kinder und Jugendlichen sehr.

Die vollständige Literaturliste finden Sie in der Online-Version des Artikels unter primary-hospital-care.ch.
 
 

Ärzteseminar für Anthroposophische Medizin-CH

2021

Freitag 18. Juni bis Sonntag 20. Juni 2021
PÄDIATRIE
in Fribourg am Zentrum für integrative Pädiatrie
Weitere Informationen

Sonntag 27. Juni bis Freitag 2. Juli 2021
DIE ALPINEN KRÄFTE UND IHRE ARZNEIPFLANZEN
in der urtümlichen Berglandschaft des Unterengadins

Freitag 3. September bis Sonntag 5. September 2021
SCHMERZ
im Zentrum für integrative Medizin am Kantonsspital St. Gallen
oder
in der Casa Andrea Cristoforo in Ascona

 

2022

Montag 14. März bis Freitag 18. März 2022
ALLGEMEINE INNERE MEDIZIN UND PRAKTISCHE ANTHROPOSOPHISCHE PHARMAZIE
in den Räumlichkeiten der Weleda in Arlesheim

Freitag 17. Juni bis Sonntag 19. Juni 2022
HEILPÄDAGOGIK/SOZIALTHERAPIE/SCHULARZT
im Ekkharthof in Lengwil
oder
an der Christophorusschule in Bern

Freitag 26. August bist Sonntag 28. August 2022
LANDWIRTSCHAFT ALS SCHWESTER DER MEDIZIN
am geschichtsträchtigen Kraftort Rheinau

 

Rudolf Steiner über das Impfen

Rudolf Steiner
Impfen

Frage: Wenn die Verhältnisse so liegen, wie zum Beispiel in unserer Gegend, wo die Einwirkung durch die Erziehung und so weiter sehr schwierig ist, wie soll man sich da verhalten?

Da muss man eben impfen. Denn das fanatische Sichstellen gegen diese Dinge ist dasjenige, was ich, nicht aus medizinischen, aber aus allgemein anthroposophischen Gründen, ganz und gar nicht empfehlen würde […]
Ich habe das immer, wenn ich mit Ärzten befreundet war, als etwas zu Bekämpfendes angesehen, zum Beispiel bei Dr. Asch, der absolut nicht geimpft hat. Ich habe das immer bekämpft. Denn wenn er nicht impft, so impft eben ein anderer. Es ist ein völliges Unding, so im einzelnen fanatisch vorzugehen.

Quelle:
Rudolf Steiner, GA 314, Zur Therapie und Hygiene, S. 287f.

Bezug:
«Anthroposophie weltweit» Nr. 6/19, Seite 2

Internationale Jahreskonferenz der Medizinischen Sektion 2024

Therapeutische Intuition 

Wahrnehmung und Wirklichkeit in Diagnose und Therapie

Liebe Kolleginnen und Kollegen!

Wie fühlt es sich an, jemanden wiederzusehen, den man schon lange nicht mehr gesehen hat? Wie war es, sich nach langer Trennung – oder rein „virtueller“ Kommunikation – endlich wieder persönlich zu begegnen, nachdem die Corona-Beschränkungen gelockert wurden? Für viele brachte die Erfahrung des Wieder-Zusammenkommens Freude, Wärme, Bereicherung und Lebendigkeit. Nicht selten wurde einem erst dann bewusst, was man wirklich vermisst hatte.
Doch die Folgen und Herausforderungen dieser begrenzten Verbindung und Wahrnehmung sind aus unserem therapeutischen Alltag nicht verschwunden. Sie nehmen sogar weiter zu und intensivieren sich als Teil eines Prozesses, der mit der zunehmenden Abhängigkeit von einer technisierten Form der Medizin entstanden ist und in den letzten Jahren eine exponentielle Beschleunigung erfahren hat – sei es durch Labortests, bildgebende Verfahren, genetische Untersuchungen, elektronische Aufzeichnungen, telemedizinische Beratung oder künstliche Intelligenz. Diese in ihrer Schnelligkeit und Komplexität menschliches Maß vielfach sprengenden Entwicklungen laufen konsequent darauf hinaus, die menschliche Begegnung als zentralen Teil des Heilungsgeschehens zu eliminieren.
Die Erkenntnisse der Anthroposophischen Medizin bringen wesentliche Einsichten in den Prozess der Begegnung, in die Entwicklung unserer Fähigkeiten hin zur therapeutischen Intuition. Das schließt die Anerkennung der Wege ein, durch die uns Karma in eine Beziehung zueinanderführt. Diese schicksalhaften Fügungen, in deren „Ermöglichungsraum“ sich leibliche, seelische und geistige Entwicklung entfalten, sind Teil all unserer Begegnungen, ob mit Patientinnen und Patienten, Kolleginnen und Kollegen oder Gemeinschaften, mit der irdischen oder geistigen Welt.
Die Internationale Jahreskonferenz 2024 der Medizinischen Sektion wird sich mit zentralen Fragen beschäftigen: „Wie können wir wahrnehmen, was wahr ist?“ und „Was bringt die anthroposophische Geisteswissenschaft konkret für die Heilkunst in der heutigen Welt?“. Diese Fragen werden während der Tagung aus vielen Perspektiven beleuchtet, durch Fachtagungen, spirituelle Vertiefungsarbeit, multiprofessionelle Arbeitsgruppen, Vorträge, Falldarstellungen und Werkstattgespräche.
Wir werden zudem das 100-jährige Bestehen der Medizinischen Sektion feiern und mit besonderen Beiträgen die entsprechenden Jubiläen des Jungmedizinerkurses, des Heilpädagogischen Kurses und – als letzte und am meisten in die Zukunft weisende Tat Rudolf Steiners für die medizinische Bewegung – des Pastoralmedizinischen Kurses in den Mittelpunkt stellen.
Wir hoffen, dass in der Tagungsgemeinschaft der entscheidende Beitrag der Anthroposophischen Medizin für die umfassenden Herausforderungen der Zeit und ihre beflügelnde Zukunftskraft wahrnehmbar werden können.

Für die Sektionsleitung und das IKAM-Kollegium
Marion Debus, Karin Michael und Adam Blanning

 

Ärzteseminar VAOAS 2023-2025 Modul 6

Heilpflanzentag mit Besuch des Hortus Officinarum

An unserem Heilpflanzentag lernen wir die Arbeit von HORTUS OFFICINARUM und dessen Projekte kennen. Wir besichtigen in der Weleda und auf dem Froloo die biologisch-dynamische Anzucht und den Heilpflanzenanbau und vertiefen uns in die vielfältige therapeutische Anwendung der Heilpflanzen.

HORTUS OFFICINARUM ist eine 2008 gegründete Non-Profit-Organisation, die sich für die Vielfalt, den Erhalt und die Verbesserung von Heilpflanzensaatgut im biologisch-dynamischen Anbau einsetzt. Der Verein trägt dazu bei, dass Heilmittel und Naturkosmetika langfristig in einer guten Qualität – die schon beim Saatgut für die verwendeten Pflanzen beginnt – angeboten werden können. Die von HORTUS OFFICINARUM kultivierten Herkünfte sind samenfest und somit nachbaufähig. Hybridzüchtung und gentechnische Manipulationen kommen nicht zum Einsatz. Saatgut wird grundsätzlich als Gemeingut verstanden, das allen Menschen frei zugänglich sein soll und nicht durch gewinnorientierte Eigentumsansprüche – wie Patente und Züchtungstechniken mit patentähnlicher Wirkung – privatisiert werden darf.

Wann
Samstag 25. Mai 2024 von 10.00 Uhr bis 17.00 Uhr

Wo
Weleda AG, Dychweg 14, 4144 Arlesheim, bis 14:45
HORTUS OFFICINARUM, Anbaufläche „Froloo“, 4106 Therwil, ab 15:15
(Am besten erreichbar über den „Bruderholzhof“ an der Bruderholzstrasse 160 in 4104 Oberwil)

Mit
Nicole Söll, Biologin und Co-Präsidentin Hortus Officinarum
Christof Hatebur, Agraringenieur und Co-Präsident Hortus Officinarum
Ruth Richter, ehemalige Gärtnerin und wissenschaftliche Mitarbeiterin bei Hortus Officinarum
Nora Hils, Gärtnerin
Dr. med. Eva Streit, Fachärztin Innere Medizin und Pneumologie

Kurskosten inkl. Verpflegung (Lunchpaket):     
Nicht VAOAS Mitglieder  : CHF 80.-
VAOAS Mitglieder            : CHF 60.-
Assistenzärzt:innen        : CHF 50.-
Studierende                     : CHF 30.-

Anmeldung: info@vaoas.ch

Anerkennung: 5 Credits VAOAS